#5 Meine „Collaboration“ Class

Wie viele von euch wahrscheinlich wissen, gehe ich nicht auf eine normale Football/Cheerleading mainstream Highschool, sondern ich bin auf einer Schule für Darstellende Künste. Das bedeutet, dass ich die erste Hälfte des Tages akademische Fächer habe und in der anderen, weil ich im Tanz Programm bin, verschiedene Tanz Stile lerne.

Freitags jedoch nimmt man in der fünften Stunde stattdessen ein Wahlfach wie zum Beispiel Yoga, West African Dance oder Stage Make-Up. Am Anfang des Jahres konnte man deshalb verschiedene Optionen für sein Wunsch Fach angeben. Obwohl es keine meiner angegeben Optionen war, bin ich schlussendlich aus irgendeinem Grund in „Collaboration“ gelanded

Das erste was ich mir gedacht habe als ich das herausgefunden hatte war: „Was bitte soll Collaboration sein ?!“

Nach meiner ersten Stunde in dieser Klasse habe ich es dann endlich herausgefunden. Und zwar war unsere Aufgabe, am Ende des Semesters als Gruppe mit einer kurzen Choreographie aufzukommen. Was wirklich nicht so anspruchsvoll gewesen wäre wenn man einfach Musik hätte aussuchen dürfen und dann dazu was tanzt. Das schwierige war aber, dass wir Tänzer zusammen mit Musikern ein Stück kreiren mussten. Das heißt, dass wir herrausfinden mussten ob sich Tänzer nach Musikern richten, Musiker nach Tänzern, oder man sich irgendwie in der Mitte treffen kann. Dabei ging es auch um Führungsqualitäten und, wie der Name der Klasse schon sagt, Kollaboration also Teamarbeit oder Zusammenarbeit.

Wir haben aber nicht einfach mit unserer Gruppenarbeit angefangen, sondern uns ersteinmal mit Improvisation vorbereitet, wo man ohne Witz vor der ganzen Klasse ersteinmal alleine tanzen durfte. Ja für mich war das damals wirklich eine sehr starke Überwindung weil ich erst seit ein paar Wochen in der Schule getanzt habe und es allgemein schwer für mich war mit zu halten. Ich habe mich aber zusammen gerissen und am Ende war es wirklich eine coole Erfahrung, wie eigentlich bei Allem von dem man anfangs denkt man würde es nicht können.

Als wir dann endlich  nach ein paar Wochen Improvisations Training mit der eigentlichen Choreographie angefangen haben, ist uns bewusst geworden, dass es doch nicht so leicht ist wie man denkt einfach so die Musik mit einem Tanz zu kreiren. Was das Ganze aber quasi unmöglich gemacht hat, ist der Fakt dass wir genau drei Proben hatten wo die komplette Gruppe da war – und eine davon war an unserer Aufführung.

Da könnt ihr euch jetzt hoffentlich vorstellen, dass wir geringfügig gestresset waren. Deshalb hatten Isa, die andere Tänzerin die gleichzeitig meine beste Freundin ist (ja sie heißt auch Isabel),und ich uns gestern extra noch nach der Schule getroffen und tatsächlich eine komplette Choreographie in anderthalb Stunden gemacht.  Eigentlich dachten wir dann, dass wir uns endlich beruhigen können, aber natürlich ist dann wieder etwas neues passiert. Diesesmal haben die Musiker zugegeben dass sie, im Gegensatz zu dem was sie behauptet hatten, die Musik auf die wir uns geeinigt hatten nicht geübt haben und der Junge an der Gitarre das Stück einfach noch vor der ersten Aufführung lernen musste. Die Musik war dann während der Vorstellung wirklich anders als Isa und ich uns das dachten, und da dieser Durchlauf, den die anderen Tanzklassen angeschauen durften, für unsere Gruppe der erste mit Livemusik war, hat es uns dementprechend dezent aus dem Konzept gebracht. Nach dem eigentlichen Schulschluss haben wir noch eine zweite kleine Aufführung für die Eltern gemacht. Es ist zwar erstaunlich gut gelaufen, aber weil die Musik beim ersten Mal wirklich nicht so gut gepasst hat, haben wir es in der halben Stunde Pause dazwischen nochmals komplett geändert. Das bedeutet, dass wir während der Aufführung auch nicht wirklich wussten was passieren wird. Um das Chaos aber noch perfekt zu machen, war der dritte Tänzer, Cecil, für den größten Teil der Probezeit verletzt und konnte gar nicht tanzen. Deshalb hieß es ursprünglich, dass er nicht im Stück ist. Das hat sich dann aber kurzfristig geändert und deshalb mussten wir für ihn auch noch irgendetwas miteinbauen. Das schwierige war aber, dass sich sein Tanzstil sehr von dem Unseren unterscheidet, weswegen wir den Beat der Musik noch ein drittes Mal ändern mussten!

Trotz Allem muss ich ehrlich zugeben, dass es gar nicht so schlecht rausgekommen ist wie wir dachten, und das mit wirklich kaum Probezeit. Ich finde man kann tatsächlich sagen, dass wir ziemlich gut „kollaboriert“ haben, und es irgendwo auch Spaß gemacht hat. Zudem hätte ich nicht gedacht, dass mir choreographieren so viel Spaß machen würde.

Auf der anderen Seite muss ich trotzdem zugeben, dass ich froh bin dass diese Klasse nach dem Semester vorbei ist weil es nämlich sehr stressig war.

Also, hier ist das Video von unserem Stück mit Isa, Cecil und mir und unseren zwei Musikern Travor und Logan. Weiter unten könnt ihr auch noch ein zweites Beispiel von unserer Collaboration Class sehen, das zwar vom Stil her anders ist als unseres, aber mir persönlich mega gut gefällt. Da kann man meiner Meinung nach schon allein vom Gesichtsausdruck und von der Geschichte die erzählt wird erkennen, dass die zwei Tänzer im Musical-Theater Programm sind. Ich persönlich finde sie total talentiert und es macht mir extrem viel Spaß ihnen beim Tanzen zuzuschauen.

Obwohl dieses Wahlfach wirklich sehr stressig war bin ich froh, dass ich die Möglichkeit hatte solchen unglaublich talentierten Schülern beim Tanzen und Musik machen zuzuschauen, am Ende war es tatsächlich eine ziemlich coole Vorführung mit unglaublichen Stücken von Styles wie Contemporary und Modern Dance über Jazz bis zu Post-Modern.

Ich hoffe das Video hat euch Spaß gemacht!


xoxo,

Isi♥

2 Kommentare

  1. Reinhard Krämer sagt: Antworten

    Hallo Isi,
    ich habe heute Deine Blogs gelesen und ich möchte Dir herzlich dafür danken. Du schreibst sehr flüssig und anschaulich, ich kann mir richtig viel gut vorstellen. Ich wünsche Dir noch viele gute Erfahrungen und bin gespannt auf weitere Berichte.
    Herzliche Grüße, Reinhard.

    1. Isi Ried sagt: Antworten

      Freut mich, dass es dir gefällt! Vielen lieben dank.

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