#12 200.

9 Monate und 15 Tage. 41 Wochen, 1 Tag. 288 Tage. 6,912 Stunden.

Egal ob man diesen Zeitraum in Monaten, Wochen, Tagen oder Stunden asudrückt, es hört sich ewig an! Das ist es ja auch, oder?! -Nein. Ganz sicher nicht.

7, 10, 50, 100- Diese Meilensteine begleiten einen während seines Auslandsjahres. Die erste Woche, die man in einem anderen Land verbracht hat, und all die Eindrücke die einen gleichzeitig verwirren und faszinieren verarbeiten muss. Zehn Tagen und die erste zweistellige Hürde die man gemeistert hat. 50 Tagen, während denen man mehr und mehr das Gefühl bekommt ein Teil einer Familie zu sein. Auf einmal, die fett geschriebenen 100 Tage, die bei mir witziger Weise an Thanksgiving waren und dazu das erste Mal war, dass ich bewusst englisch geträumt habe. Und jetzt nach 200 Tagen in einer fremden Umgebung in die ich einfach rein geschmissen wurde, wird mir nicht nur bewusst wie unendlich dankbar und glücklich ich bin hier sein zu dürfen aber auch dass ich in nur 200 Tagen ein neues Zuhause gefunden habe und ich sagen kann: „Ja, Ich bin wirklich angekommen.“

Die Zeit die ich hier verbracht habe ist so wertvoll und unbezahlbar, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. Ich habe mich persönlich in eine ganz neue Dimension weiterentwickelt die ich nicht mal in meinen Träumen erreichen konnte. Von Anfang an gab es unfassbar viele Herausforderungen die mich gepusht haben immer einen extra Schritt mehr zu gehen. Mich von meiner Familie, Freunden und Deutschland zu trennen, mich in eine fremde Familie einzuleben, eine neue Kultur kennen zu lernen, zu einer neuen Schule zu gehen, Tanzstile die ich nie zuvor gelernt hatte mir zu eigen zu machen, mich durch J-term zu tanzen, mich neuen Dingen und fremden Menschen zu öffnen, und diesen Sprung einfach aus Intuition und Vertrauen zu wagen- das war die beste Entscheidung die ich je getroffen habe.

Die Veränderung meiner Persönlichkeit, wie ich andere und vor Allem mich selbst sehe, hat sogar mich überrascht. Von den gewohnten deutschen Gesichtern weg zu sein hat mir die Möglichkeit und Freiheit gegeben ich selbst zu sein. Ein zusätzlicher Grund dafür warum ich mich nach nur 200 Tagen so verändert habe ist meine Schule. Da diese wirklich so speziell, bunt und verschieden ist, hat man gar keinen Drang dazu sich zu verstellen um dazu zugehören und nicht aufzufallen. Unabhängig von der Meinung anderer zu sein war einer meiner höchsten Ziele, und obwohl ich noch fast 80 Tagen übrig habe, habe ich dieses schon fast komplett erreicht.

Obwohl ich hier so glücklich bin und mich zuhause fühle mit allem, Freunde, Familie, Schule, sind 200 Tage eine lange Zeit, die aber zugleich viel zu schnell vorbei geht. Zwar hatte ich nie wirklich Heimweh, aber trotzdem fühlt es sich manchmal etwas „zwigespalten“ an. Aufeinmal hat man eben zwei Leben und ab und an erwische ich mich dabei mich auf das Leben in Deutschland und den USA gleichzeitig konzentrieren zu wollen. Was aber unmöglich ist, da ich im Moment einfach nicht in Deutschland lebe! Ich habe selbst gemerkt, dass sobald ich versuche zu „multitasken“, ich mich selber daran hindere mich völlig zu integrieren oder ich auf einmal so Gedanken wie „Was würde denn xy von mir denken wenn ich das sage, anziehe, tue…“ habe. Was natürlich völliger Schwachsinn ist weil diese Personen vor allem jetzt überhaupt gar nichts mit mir zu tuen haben. Deshalb haben mir diese bis jetzt 200 Tage komplett die Augen geöffnet, wie ich mich in Deutschland für eine so lange Zeit aufgrund der Meinungen anderer selbst daran gehindert habe ich zu sein.

Diese extreme Entwicklung, die ich oben beschrieben habe ist natürlich nur ein Aspekt warum ich so unbegreiflich glücklich und dankbar für mein Leben hier in den USA bin. Ich kann überhaupt nicht in Worte fassen wie viel ich schon erlebt habe und wie das Leben in einer anderen Kultur meine eigene Sichtweise verändert hat. Um irgendeine Art Eindruck von meinem neuem Leben in meinem zweiten Zuhause zu bekommen könnt ihr euch gerne durch diese Bildergallerie klicken:

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Während ich diesen Blogpost zu meinem „200-Tage-Jubiläum“ schreibe ist es eigentlich genaugenommen schon der 202. Tag und der Fakt, dass ich nur noch 86 übrig habe ist so beängstigend und aufregend zugleich, dass ich gar nicht mehr weis was ich denken soll. Ich weis nur, dass es ein enormes Privileg ist die Chance zu einem Auslandsaufenthalt zu haben und ich es zu keinem einzigen Punkt bereut habe und  ich es auch niemals bereuen werde die Entscheidung für ein HighSchool Jahr gefällt zu haben. Und ich weis, dass ich mein amerikanisches Leben mit Allem was dazu gehört mehr als „nur“ vermissen werde.


xoxo,

Isi♥

1 Kommentar

  1. Ingrid Ried sagt: Antworten

    Hallo Isi
    Danke für den tollen Blog. Es ist wirklich nicht zu fassen, daß du schon 200 Tage fort bist .
    Liebe Grüße Mama

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