#1 Wer? Wie? Was? – Basics über mein Highschool Jahr


Ein ganzes Jahr von Zuhause weg? Mit 15? Was ist mit Schule? Wo wohnst du? Hast du nicht Angst du verpasst total viel? Was machst du wenn du Heimweh hast? Du bist ja mutig, bist du sicher du willst das machen?

Das war ungefähr die Hälfte der Reaktionen die ich bekommen habe als ich meinen Freunden erzählt habe, dass ich ein Highschool Jahr in den USA machen möchte.

Ich bin trotz Allem gegangen und könnte nach den paar Wochen die ich jetzt schon hier bin nicht glücklicher sein. Auf diesem Blog werde ich in Zukunft entweder mit Videos oder Blog Einträgen versuchen Fragen wie die oben gestellten zu beantworten, um euch in Deutschland über mein Abenteuer auf dem laufenden zuhalten, und die Zeit zu dokumentieren. Beginnen werde ich mit den Basic Informationen die ihr wissen solltet.

Ein Highschool Jahr bedeutet im Grunde nicht mehr als einem der Name schon verrät, nämlich ein Schuljahr, also zehn Monate, auf einer weiterführenden Schule in einem anderen Land. Während dieser Zeit lebe ich in einer Gastfamilie und besuche die elfte Klasse. Genauso wie 9.000 von den insgesamt 20.000 deutschen Austauschschülern jährlich habe ich als Gastland die USA gewählt. Damit ist die USA das Gastland Nummer eins unter den deutschen Austauschschülern (ATS).

Ich konnte meinen Staat nicht wählen und wurde somit „blind“ platziert, was das Ganze nur noch spannender gemacht hat. Schlussendlich bin ich in St. Paul der Hauptstadt von Minnesota gelandet, die im Nord Osten an der Grenze zu Minnesotas Nachbarstaat Wisconsin liegt. Somit hatte ich nicht nur die Veränderung von Deutschland in die USA, sondern auch vom Dorf zur Stadt, und vom schwäbischen „warmen“ Süden, in den jetzt schon viel zu kalten Norden. Minnesota an sich liegt Richtung Chicago an der Grenze zu Kanada.

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Meine Stadt für das nächste Jahr: St. Paul

Aber wie wird man überhaupt in irgendeinem Staat platziert? Genau dafür gibt es Organisationen die sich darum kümmern einen deutschen ATS an eine amerikanische Partnerorganisation zu vermitteln. Diese wiederum sucht für den ATS irgendwo in den USA eine Gastfamilie und eine (public-) Highschool, die übrigens kein Geld dafür bekommen, dass sie den Schüler ein ganzes Jahr in ihre Familie aufnehmen. Meine Organisation ist eine ziemlich kleine und persönliche Organisation, nämlich Open Door International e.V.. Die Partnerorganisation dazu ist Nacel Open door e.V.. Die Organisationen sind auch die, die am Ende das ganze Geld dafür bekommen, dass sie dem ATS die Familie und Schule suchen, den Flug buchen und ihn Versichern. Außerdem sind sie (vor allem die Partnerorganisation) die Ansprechpartner für den ATS während seiner Zeit im Ausland, und auch für einen da wenn man z.B. die Gastfamilie wechseln muss. Die Wahl der Organisation ist deshalb ein sehr wichtiger Part in der Auslandsjahr Planung.

Meine Organisation hat mich in der für mich (bis jetzt) perfekten Gastfamilie untergebracht. Ich wohne zwar direkt in St.Paul aber nicht Downtown. Dort lebe ich mit meiner Gastfamilie in einem ziemlich großen Haus mit Garten. Ich lebe mit meiner Gastmutter Cassie, meinem Gastvater Dave und meiner Gastschwester Liz zusamen. Außerdem haben wir insgesamt fünf Haustiere. Drei Katzen und zwei Hunde die so ungefähr das Süßeste sind was ich je gesehen habe.

Meine Gastschwester Liz♥
Meine Gastschwester Liz♥
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zwei unserer Katzen: Izzy & Fritty

Während meines Highschool Jahres werde ich, offensichtlicher Weise, auch eine Highschool besuchen. Wenn man sich ein US-amerikanische Highschool vorstellt sieht es ja meistens aus wie in den etlichen Teenie-filmen. Man fährt mit dem typischen gelben Schulbus zur Schule, in der das Maskottchen das Footballteam der Schule anfeuert, die beliebten Cheerleader daneben stehen, man nachdem man an seinen Locker war, zur Cafeteria geht aber ja aufpassen muss, dass man sich nicht an den falschen Tisch setzt damit man nicht unbeliebt wird.

Was an den meisten Highschools tatsächlich der Fall ist – Bei mir aber das komplette Gegenteil. Das liegt daran, dass ich zwar auf eine public (öffentliche) Highschool gehe, meine Schule aber das St Paul Conservatory for performing Artists (spcpa) ist. Also eine Schule für darstellende Künstler, die absolut nicht das ist was ich mir unter einer Highschool vorgestellt habe, aber in der ich mich zu 100% wohlfühle. Das spcpa ist eine Schule in der man neben seinen Akademischen Fächern auch entweder Tanz, Theater/ Musical, Gesang oder Instrumentale Musik hat. Ich habe Tanz gewählt, das bedeutet aber, dass ich, obwohl ich in Deutschland nur Ballett getanzt habe, zusätzlich dazu Modern, Jazz und HipHop/ Breakdance habe. Was für mich mehr als nur eine Herausforderung ist, weil ich davor nur zwei Jahre Tanz Erfahrung hatte. Trotzdem macht es unglaublich Spaß und ich könnte mit meiner Wahl nicht glücklicher sein. Das liegt auch daran, dass extrem interessante, offene und kreative Persönlichkeiten diese Schule besuchen, und man deshalb auch eher ins Gespräch kommt und Freunde findet.

Ich hoffe ich habe mit diesem ersten Blog post alle dringenden Fragen beantworten können. Was ich sonst noch so erlebe versuche ich euch in der nächsten Zeit zu berichten. Aber wer mich kennt weis, dass ich in dieser Hinsicht nicht rund um die Uhr zuverlässig bin 😉 Aber der Wille ist auf jeden Fall da!


xoxo,                                                                                                                                                                                                                                                                  Isi♥

3 Kommentare

  1. Hi Isi,
    wählt Deine Gastfamilie Clinton oder Trump?
    Die meisten Amerikaner geht ja sehr offen mit ihrer politischen Meinung um.
    Deshalb wird es einem Ausländer auch nicht übel genommen das gleiche zu machen.
    Würdest Du hier AFD wählen? Wenn nicht, dann sagen es ihnen, dass Du auch nicht Trump wählen würdest, wenn Du in USA wählen könntest.
    Trump würde nach dem Brexit der zweite Mega-Schock für die „freie europäische Welt“ werden.
    Liebe Grüße
    Stefan

  2. Sebastian Hock sagt: Antworten

    Das ist doch super, dass du so eine nette Familie und so eine tolle Schule gefunden hat. Geniße die Zeit, Wir lesen mit. LG, Sebastian

  3. Paul Heinz Ried sagt: Antworten

    Hallo liebe Isa,
    ganz herzlichen Dank für das schöne Video und den schon lange erwarteten Blog. Es freut uns sehr, dass Du Dich wohlfühlst und auch bei netten Menschen wohnen kannst. Dazu noch einen ganzen Zoo Tieren um Dich hast. Wir können uns gut vorstellen, dass Deine Mutter schon Angst hat, Du würdet auch zuhause gerne eine Katze oder einen Hund haben. Na schauen wir mal.
    Wir finden es sehr mutig was Du machst und hoffen, dass Du alles was Du lernst im späteren Leben nutzen kannst.
    Herzliche Grüße mach es gut und Gottes Segen wünschen Dir
    Opa und Gerlinde

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